Brasilianische Küche
und brasilianische Kultur in der Schweiz
Brasilianische Küche - ein Überblick
Die klassische Unterteilung der Wurzeln brasilianischen Kultur in drei grosse Ethnien - indianische Ureinwohner, Europäer und Afrikaner - lässt sich auch auf die brasilianische Küche anwenden. Aus seiner über 300-jährigen Geschichte als Kolonie Portugals behielt Brasilien neben der Sprache auch eine grosse Anzahl portugiesischer Rezepte, die es regional fortführte und für sich vereinnahmte. So haben etwa das brasilianische Nationalgericht Feijoada, der Fischeintopf Caldeirada und die Eierspeise Quindim (eine Variante des portugiesischen Brisa-do-Lis) ihre historischen Ursprünge in ihren portugiesischen Gegenstücken aus Minho und Trás-os-Montes. Eine weitere portugiesische Hinterlassenschaft in Südamerika ist die Vorliebe der Brasilianer für den Verzehr von Stockfisch (Bacalhau, getrockneter oder geräucherter Kabeljau) zu dem unzählige Zubereitungsarten existieren. Auch brachten die Portugiesen Gebäck und Trockenfrüchte aus Nordafrika nach Brasilien.
Indianische Einflüsse auf die brasilianische Kulinarik werden oft unterschätzt. Während der ersten 100 Jahre europäischer Kolonisierung jedoch waren die meisten brasilianischen Mütter Indianerinnen - nirgendwo in Amerika gab es im 16. Jahrhundert so wenig europäische Frauen wie in Brasilien. Durch diesen Umstand hielten neben einer beachtlichen Zahl indianischer Namen für Früchte und Fische auch kulinarische Gewohnheiten indianischen Ursprungs Einzug in die brasilianische Kultur. Die bekannteste und wichtigste hiervon ist der Gebrauch von Mandiokmehl (Farinha de Mandioca) - seinerzeit das wichtige Grundnahrungsmittel der Tupi Indianer - das als Beilage zu vielen Speisen gereicht wird. Wichtige indianische Traditionen sind ausserdem der Genuss von Mate Tee und Guaraná-Samen.
Entscheidende Bereicherungen erfuhr die brasilianische Küche durch afrikanische Traditionen, die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert im Zuge des atlantischen Sklavenhandels nach Südamerika gelangten. Die Küche des heutigen Bundesstaates Bahia, seinerzeit die Hauptstadt Brasiliens und wichtiges Zentrum des Sklavenhandels, wurde hierdurch zum Ausgangspunkt für die Verbreitung afro-brasilianischer Rezepte im ganzen Land. Zu den wichtigsten afrikanischen Beiträgen zur brasilianischen Kulinarik zählen die Verwendung von Dendê Palmöl (Azeite de Dendê), Okra (Quiabo, zu Deutsch auch Gemüse-Eibisch), Malagueta Pfeffer (Pimenta Malagueta, kein Pfeffer im eigentlichen Sinn sondern ein Ingwer-Gewächs), Ingwer und Kokosmilch, ebenso wie Rezepte zur Zubereitung der verschiedensten Bananensorten (die ebenso wie die Kokosnuss erst nach 1500 mit den Portugiesen nach Brasilien gelangten). Hinweise auf das älteste afro-brasilianische Gericht, Carurú, einem scharfen Eintopf aus getrocknetem Fisch oder Shrimps, Qiabo und Zwiebeln in Dendê Öl, reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück.
BRASILIANISCHE KÜCHE
Der Norden: die Küche Amazoniens
Der Nordosten: die Küche des Sertão und das Festbankett der Meeresfrüchte
Bahia und seine afrobrasilianische Küche: Soulfood Samba
Der zentrale Westen: die Küchen des Pantanal und des zentralen Hochlandes
Der Südosten - Vielfalt schlechthin aus Rio de Janeiro, Sao Paulo und Minas Gerais
Der Süden - Gauchos und europäische Einwanderer
Churrasco - südbrasilianischer Grill
Das Nationalgericht Feijoada
Unsere kleine kulinarische Reise durch Brasilien ist noch in Arbeit und wird mit der Zeit weiter ergänzt. Schauen Sie bald wieder einmal vorbei!
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